Man kennt das: Es sind nicht nur die Zahlen, nicht nur der Markt, nicht nur die nächste Strategie, die innerlich Druck machen – es ist das permanente Grundrauschen im Hintergrund. Eine Art „diffuse Daueranspannung“. Ungewissheit hat viele Gesichter. Und je mehr Verantwortung du trägst, desto leiser darfst du dir selbst eingestehen, dass dich das manchmal an deine Grenze bringt.
Ich kenne dieses Gefühl selbst nur zu gut – aus Phasen, in denen alles gleichzeitig auf dem Tisch lag, Entscheidungen schwer wogen und es keinen echten Moment zum Durchatmen gab. Und genau das höre ich auch immer wieder von meinen Kunden: Dieses konstante innere Spannen, als wäre man auf Habacht, auch wenn es gerade objektiv gar keinen Alarm gibt.
Die gute Nachricht: Es gibt Wege, da wieder rauszukommen. Und sie sind näher, als man denkt.
Souveränität ist ein Muskel – und er will bewegt werden
Souveränität ist kein Zustand, den man sich einmal verdient und dann einfach behält. Sie ist etwas, das man aktiv pflegt. Wie ein innerer Muskel, der ohne Training erschlafft. In ruhigen Zeiten läuft das unbewusst mit – in fordernden Zeiten zeigt sich, wie gut dieser Muskel trainiert ist.
Die Frage ist also nicht: „Wie schaffe ich es, dass alles ruhig bleibt?“ – sondern: „Wie bleibe ich ruhig, obwohl alles in Bewegung ist?“
Und genau hier kommt etwas ins Spiel, das viele unterschätzen – weil es so simpel wirkt: dein Atem.
Atem ist kein „Tool“. Er ist dein direktester Zugang zu innerer Klarheit.
Wenn du deinen Atem veränderst, verändert sich dein Zustand. Das klingt erst mal banal – ist es aber nicht. Dein Atem ist direkt mit deinem Nervensystem verbunden. Er beeinflusst, wie du denkst, entscheidest, fühlst – und wie du mit Druck umgehst.
Und das Beste daran: Du kannst damit arbeiten. Jederzeit. Ohne Equipment. Ohne Extra-Zeitfenster. Ohne dass es jemand merkt.
Ein paar Beispiele aus der Praxis:
- Flacher, schneller Atem = Alarmmodus. Dein System denkt, es gibt Gefahr. Konzentration sinkt. Klarheit schwindet. Kein guter Zustand für gute Entscheidungen.
- Tiefe, ruhige Atmung = Signal für Sicherheit. Dein System schaltet runter. Du kommst in Kontakt mit deiner Präsenz. Und in Präsenz kannst du aus vollem Zugriff handeln – fachlich, emotional, strategisch.
Worum es wirklich geht: nicht runterkommen – sondern aufwachen
Viele denken bei Atemarbeit sofort an „Entspannung“. Das ist ein Teil davon, ja – aber eigentlich geht es um etwas Tieferes: ums Wachwerden für dich selbst. Ums Wieder-zurück-in-den-Körper-Kommen. Ums bewusste Agieren statt Reagieren.
Wer atmet, ist bei sich. Und wer bei sich ist, trifft bessere Entscheidungen. Punkt.
Drei kraftvolle Fragen für deinen Führungsalltag:
- Wie atme ich gerade – und was sagt das über meinen Zustand?
- Wo bin ich vielleicht im Daueranspannungsmodus, ohne es zu merken?
- Wie kann ich mir 1–2 kleine Ateminseln am Tag einbauen – ohne extra Aufwand?
Und hier kommt der eigentliche Aha-Effekt: Dein Atem wirkt auf andere
Das Überraschende: Dein Zustand bleibt nicht bei dir. Menschen spüren es, ob du innerlich zentriert bist – oder auf der Kippe. Deine Art zu atmen, zu sprechen, zu führen, sendet Signale. Und gerade in unsicheren Zeiten brauchen Menschen keine perfekt funktionierenden Roboter – sondern Führungspersönlichkeiten, die Vertrauen ausstrahlen, weil sie mit sich selbst verbunden sind.
Diese Verbindung lässt sich nicht aufsetzen wie ein Blazer. Aber sie lässt sich trainieren – und dein Atem ist der direkteste Zugang.
Mein Fazit – ganz persönlich:
Ich weiß, wie sich Daueranspannung anfühlt. Ich habe sie erlebt. Ich habe mich da auch selbst wieder rausmanövriert – mit genau den Tools, mit denen ich heute arbeite. Und ich sehe es täglich bei Unternehmern, Führungskräften, Entscheidern: Es gibt gute Wege, die innere Souveränität nicht zu verlieren – selbst wenn draußen alles schwankt.
Atemarbeit ist keine Wunderwaffe, aber ein verdammt starkes Fundament. Und der Einstieg ist einfacher, als du denkst.
Du musst nicht gleich alles umkrempeln. Fang klein an. Drei Minuten bewusste Atmung am Morgen. Ein Innehalten vor dem nächsten Call. Ein bewusstes Ausatmen vor einer schwierigen Entscheidung.
Du wirst sehen: Es macht einen Unterschied. Und du bist nicht allein damit.
Wenn du neugierig bist, wie du das konkret in deinen Alltag einbauen kannst – ich zeige dir gern einfache Atemroutinen, die genau auf das zugeschnitten sind, was du als Entscheider wirklich brauchst.
Sag einfach Bescheid. Oder: atme erstmal bewusst aus. Auch das ist schon ein Anfang. www.heikojjanssen.com/angebote
